Töpfern gehört zum ältesten Handwerk in der Geschichte der Menschen. Es war die einzige Methode um Gefässe herzustellen. Töpfern ist ein äusserst kreatives Schaffen, das auf Körper, Geist und Seele eine sehr beruhigende Wirkung hat.
Von Hermann Schenk
Töpfermeister Max Zwissler ist 1972 vom Toggenburg ins Weinbaudorf Boltshausen, am Fusse des Ottenbergs, gezogen und hat dort seine Werkstatt eingerichtet.
Hobbyfilmer Paul Zurbuchen aus Amlikon, hat ihm über die Schulter geschaut und über sein Schaffen einen Film gedreht, den er am Seniorennachmittag vorführte.
Der Töpfer knetet und bearbeitet ein Stück Ton bis es die richtige Geschmeidigkeit hat. Er legt es dann auf eine Drehscheibe, ein äusserst einfaches Gerät, und formt es mit Spachtel und den Händen zu kunstvollen Gefässen wie Blumenvasen, Schalen, Krügen und Bechern. Anschliessend werden sie zwei Tage im Keller vorgetrocknet und dann eingefärbt und glasiert. Dazu verwendet er Naturfarben, die er aus Pflanzen, Holz und Lehm gewinnt. Anschliessend werden die Gegenstände im Ofen bei 950 Grad während 12 Stunden gebrannt.
Pfarrer Hanspeter Herzog erwähnte in diesem Zusammenhang das Gleichnis vom Töpfer, Jeremia Kapitel 18, wo der Herr die Menschen immer wieder neu formt und immer wieder neues Leben und Hoffnung gibt.
Der Nachmittag war eine richtige Wohltat für alle Anwesenden. Wie gewohnt endete er mit Kaffee und Kuchen.