Katharina Hossli

Feiertage sind wichtig

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Sollen die fünf hohen Feiertage im Kanton ihren besonderen Schutz verlieren? Welche Bedeutung haben Feiertage in einer Gesellschaft, die wohl einen Bezug zum Feiern aber kaum mehr zur Ruhe hat? Der Kirchenrat der Evangelischen Landeskirche im Thurgau wendet sich mit einem Memorandum gegen die Absicht, den besonderen Schutz der fünf hohen christlichen Feiertage abzuschaffen.
Es brauche diese Tage mit ihrem besonderen Charakter, an denen auch öffentlich eine gewisse Ruhe und eine Unterbrechung der chronischen Betriebsamkeit spürbar ist, meint der Kirchenrat. Eine Motion im Grossen Rat will das ändern. Karfreitag, Ostersonntag, Pfingstsonntag, der Eidgenössische Dank- Buss- und Bettag und der Weihnachtstag sind durch das Ruhetagsgesetz im Kanton Thurgau besonders geschützt. An ihren ruht das öffentliche Leben. Öffentliche Veranstaltungen in Diskotheken, Kinos, Sportanlagen und Kundgebungen sind untersagt.
Als nicht mehr zeitgemäss bezeichnen das die sieben Grossratsmitglieder, die am 23. November 2016 im Thurgauer Kantonsparlament die Motion „Anpassung des Gesetzes über die öffentlichen Ruhetage“ eingereicht haben. Der Kirchenrat der Evangelischen Landeskirche im Thurgau sieht das anders. „Ohne den gezielten Schutz durch die Tradition und durch die Gesetzgebung ist das kostbare Gut von Oasen der Stille und der Besinnlichkeit nicht zu haben.“, begründet er in seiner öffentlichen Verlautbarung.
Wer gegen eine Aufhebung des besonderen Schutzes der (fünf) hohen Feiertage ist, wird schnell einmal als Spassbremse bezeichnet. Bedeutet es wirklich mehr Spass, an restlos jedem Tag im Jahr alles haben oder machen zu können? Macht nicht gerade der Wechsel einen gewissen Reiz aus? Natürlich hat das Sommerhalbjahr zu wenig Wochenenden, und mancher Eventplaner würde mit seinem Anlass gern auf Karfreitag, Pfingstsonntag oder Bettag ausweichen. – Es ginge damit aber auch etwas verloren: Tage, die einen deutlich anderen Charakter haben als andere; Tage, an denen Familienanlässe leichter durchzuführen sind, weil nicht alles mit Terminen vollgestopft ist; Tage, an denen auch öffentlich eine gewisse Ruhe spürbar ist.

Ohne einen gezielten Schutz durch die Tradition und durch die Gesetzgebung ist das kostbare Gut von Oasen der Stille und Besinnlichkeit nicht zu haben. Viele Menschen spüren in unserem immer dichter besiedelten Land, wie wichtig es ist, dass wenigstens an fünf Tagen im Jahr öffentlich deutlich wird, dass Lebensqualität nicht mit chronischer Betriebsamkeit gleichzusetzen ist. Halten wir den Feiertagen Sorge.


Das Memorandum im Wortlaut.
Bereitgestellt: 04.05.2017     
aktualisiert mit kirchenweb.ch