Sekretariat Berg

Pfingsten - Christsein ohne Krampf

An Pfingsten feiern wir, dass Glaube im Innersten kein Menschenwerk ist. Natürlich entscheiden wir uns, welche Rolle Gott in unserem Leben spielt und ob wir Christus Herr unseres Lebens sein lassen wollen. Aber wer auf diesem Weg ist, lernt, dass das nicht seine Entscheidung war.
Das Evangelium kehrt die Entscheidungsfrage um: Gott hat sich für uns entschieden und uns seinen Sohn gegeben. „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“, sagt Jesus seinen Nachfolgern (Joh. 15, 16)

Und Pfingsten? Pfingsten zeichnet dieses Geheimnis weiter. In Anlehnung an die Verheissung aus Sach. 4, 6 („Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth“) sagt Jesus seinen Jüngern, sie sollen warten, bis der Heilige Geist auf sie herabkommt. Warten, nicht selber handeln! Sein Geist wirkt in uns und durch uns.
An Pfingsten wurden die Jünger mit diesem Geist getauft. Mit einem Mal wurde aus Angst Freude, aus Kraftlosigkeit Mut. Das war der Start der Kirche. Der Heilige Geist wirkt anziehend. Paulus sagt es so: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist.“ (Röm. 5, 5) Glaube wird zu erlebter Liebe.

Pfingsten ist das Ende einer Religiosität, die meint, mit bestimmten Regeln Gott zu gefallen. Nein, es hat Gott gefallen, uns zu lieben als wir noch Sünder waren. (Röm. 5, 8) Pfingsten ist Glaubensfreude pur, weil Gott uns beschenkt, nicht ein Verhalten belohnt. Lass dich beschenken und rufe mit allen Christen: Veni creator spiritus! Komm, Heiliger Geist!
Bereitgestellt: 25.05.2021     Besuche: 43 Monat 
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